Johanna Borchert: Orchestre Idéal

Wie ein windiger Regen breiten sich die gefühlvoll gesetzten Töne des Openers, der „Ouverture“ auf „Orchestre Idéal“ in den Gehörgängen des Hörers aus. Sie lassen dabei alles Folgende offen. Noch könnte man in alle Richtungen gehen: ein eingängiges Pianoalbum oder schwergängige Kunstmusik zum Selbstzweck – alles ist möglich. Ein Spannungsbogen, der oben genanntes Ohr etwas aufmerksamer werden lässt. Was dann in den 12 weiteren Stücken folgt, ist Johanna Borcherts Idee vom idealen Orchester, man könnte aber auch sagen – ein Soloalbum mit Hilfsmitteln. Dabei streift man während Stücken wie „Zitterpartie“ oder „der königliche Schlafgang“ durch das beeindruckende musikalische Repertoire der Pianistin zwischen asiatischen Geräuschkulissen, impressionistisch repetitiven Läufen oder auch nachdenklich sich ausbreitenden Klangflächen wie auf „Til Petter og Anton“, das mit einer skandinavischem Erzählstruktur in den Bann zieht. „Extrasystolen“ steigert sich in seiner abstrakten Rhythmik bis zum dramatischen Flattern – welches dann abrupt endet. Die Stücke auf „Orchestre Idéal“ sind frei improvisiert und zeugen von ebensolcher Begabung. In Ruhe und Aufmerksamkeit gehört, vermag das Album in das verheißungsvolle klangliche Räume zu entführen.

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